Der Maître und die Gesellschaft – Einkaufen

Der Maître und die Gesellschaft – Einkaufen

Liebe Leserinnen und Leser,
mit unseren zukünftigen Blogbeiträgen möchten wir Verständnis und Aufmerksamkeit für die kleinen Geschichten des täglichen Miteinanders herstellen, die sonst verloren gehen. So starten wir diese Serie mit dem Thema Einkaufen, denn beim Einkaufen kann man die Gesellschaft gut beobachten. In diesem Fall veranlasste uns eine entfernte Nachbarin zu einem Beitrag, mit ihrer Bitte, vom Drängeln, Schieben und Schubsen an Kassen zu berichten. Es würde immer schlimmer, so die Nachbarin. Nennen wir sie Frau L. aus A. und danken ihr für ihre kleine Geschichte, indem wir uns ein wenig damit auseinandersetzen.

Frau L. beklagte sich, dass ihr häufig immer wieder das Gleiche im Supermarkt passieren würde: die Qual des Bezahlens. Das Gedränge und Geschiebe an der Kasse, wo sie vermehrt mit Stössen in das Hinterteil zu rechnen habe, würde immer schlimmer. Aus Angst davor stellte sie jetzt nur noch den Einkaufswagen zur Abgrenzung zwischen sich und die Nachfolgenden, allerdings käme es dann spätestens beim Zahlvorgang wieder zur lästigen Konfrontation mit den nachrückenden Personen in der Warteschlange. Das Bezahlen sei schwierig, weil Hinterfrau oder -mann die Einrichtung zur Kartenzahlung blockierten oder gleich die Sicht zur Kassiererin versperrten. Inzwischen ist es ihr ein Greul, zu Haupteinkaufszeiten in einen Laden zu gehen. Sie frequentiert diesen nur noch, wenn er wenig belebt ist.
Liebe Frau L. aus A., natürlich wissen wir nicht, was Hinterfrau oder -mann so wirklich motiviert, denn das Einkaufs-Individuum Mensch ist ja einzigartig. Stress im Sinne von Wegdrängen ist hier auch schwer nachvollziehbar, denn dadurch beschleunigt man den Kassenvorgang nicht. Gegen Stösse in den verlängerten Rücken empfehlen wir Sicherheitskleidung und im Grunde raten wir, den Einzelhändler darauf anzusprechen und ihn zur Installation einer Ampelanlage zu motivieren. Signalfarben wie Rot und Grün steuern den Kunden automatisch durch den Supermarkt und auf Bildschirmen kann jeder mitverfolgen, wie groß der Ansturm an der Kasse gerade ist. Wenn alles auf Rot steht, wird der Kunde in weniger beliebte Einkaufszonen geleitet, um dort etwas zu kaufen, von dem er gar nicht wusste, dass er es auch gebrauchen könnte. Möge er oder sie sich doch dort länger aufhalten, bis der Engpass an der Kasse entzerrt wird und Grün den Weg zum stressfreien Bezahlen weist. Alternativ kann man ja auch online einkaufen.

Schreib uns Deine Beobachtung oder was du an dieser Gesellschaft nicht verstehst und wir schenken Dir und Deinem Phänomen für einen Moment Aufmerksamkeit mit unserem Blogbeitrag. Das kann alles sein, wie z. B. Die neue Gartenzaunfarbe gefällt meinem Nachbarn nicht, jetzt macht er Stress oder ich werde angerufen und irgendjemand versucht mich reinzulegen, nun soll ich bezahlen oder nie finde ich einen Parkplatz... Es gibt viele Geschichten. Zögere nicht. Es ist Zeit, sie zu erzählen.