Der Maître und die Gesellschaft – Nachbarn

Der Maître und die Gesellschaft – Nachbarn

Liebe Leserinnen und Leser,
unsere Aufmerksamkeit widmen wir mit diesem Beitrag den Menschen, die eine etwas schwierige nachbarschaftliche Situation haben. Hintergrund ist, dass vermehrt Personen zu uns Kontakt aufnehmen, die sich über ihr engstes Umfeld beschweren oder gar darunter leiden. Die Anzahl derer, die diese Situation zu meistern haben, ist offensichtlich gross. Und mit all den Informationen, die uns dazu zur Verfügung stehen, könnte man sicherlich ein Buch füllen. Dementsprechend möchten wir heute das Interesse für einen extremen Fall herstellen und die Geschichte von Frau M. aus K. etwas näher beleuchten.
Wie schlimm muss es sein, wenn ganz harte Gegensätze aufeinanderprallen? Können Kinder das nachbarschaftliche Verhältnis so sehr trüben, dass die Polizei kommen muss? Geschockt nahmen wir diese Information entgegen und fühlten beim Lesen der Geschichte die Angst der Mutter. Leider war die Bedrohung im eigenen Haus für diese Familie so gross, dass sie am Ende ausziehen musste und sich ein neues Zuhause suchte. Der Nachbar wurde handgreiflich. Natürlich wissen wir nicht, wann zu viel, zu viel ist und bei jedem Menschen ist die Grenze des Erträglichen eben unterschiedlich gesetzt. Uns liegen auch ähnliche Fälle vor, wo es am Ende um Zufahrten und Nutzung von Privatwegen geht, beim dem ein Streit zwischen Nachbarskindern, die Erwachsenen dazu verleitete, Gerichte zu bemühen. Wohnen und leben mit anderen kann demnach Schwierigkeiten hervorrufen.
Rechercheur schaltet sich ein: «Absolute Ruhe gibt es meistens auf Bergspitzen. Dort kann man aber keine Häuser bauen und auch dort kommt es vor, dass ein Adler unverblümt in die Gegend schreit. Man sollte lieber eine Geschäftsidee im Immobilienbereich entwickeln. Schön wäre es doch, wenn einem das charakterliche Profil seiner neuen Nachbarn gleich beim Kauf der vier Wände oder bei Anmietung eines Objektes zum Exposé dazugelegt wird. Das erspart vielleicht Ärger.»
Maître: «Und die Daten? Die müssen doch geheim bleiben!»
Rechercheur: «In diesem Falle müssten doch die Gerichte ein starkes Interesse daran haben, dass es dort zu einer Ausnahmeregelung kommt. Sie leiden doch selbst unter den Auswirkungen nachbarschaftlicher Streitereien. Erfinderische Rechtsexperten könnten zur Lösung des Problems einen gesellschaftlich wertvollen Beitrag leisten.»

Der Maître und die Gesellschaft – Einkaufen

Der Maître und die Gesellschaft – Einkaufen

Liebe Leserinnen und Leser,
mit unseren zukünftigen Blogbeiträgen möchten wir Verständnis und Aufmerksamkeit für die kleinen Geschichten des täglichen Miteinanders herstellen, die sonst verloren gehen. So starten wir diese Serie mit dem Thema Einkaufen, denn beim Einkaufen kann man die Gesellschaft gut beobachten. In diesem Fall veranlasste uns eine entfernte Nachbarin zu einem Beitrag, mit ihrer Bitte, vom Drängeln, Schieben und Schubsen an Kassen zu berichten. Es würde immer schlimmer, so die Nachbarin. Nennen wir sie Frau L. aus A. und danken ihr für ihre kleine Geschichte, indem wir uns ein wenig damit auseinandersetzen.

Frau L. beklagte sich, dass ihr häufig immer wieder das Gleiche im Supermarkt passieren würde: die Qual des Bezahlens. Das Gedränge und Geschiebe an der Kasse, wo sie vermehrt mit Stössen in das Hinterteil zu rechnen habe, würde immer schlimmer. Aus Angst davor stellte sie jetzt nur noch den Einkaufswagen zur Abgrenzung zwischen sich und die Nachfolgenden, allerdings käme es dann spätestens beim Zahlvorgang wieder zur lästigen Konfrontation mit den nachrückenden Personen in der Warteschlange. Das Bezahlen sei schwierig, weil Hinterfrau oder -mann die Einrichtung zur Kartenzahlung blockierten oder gleich die Sicht zur Kassiererin versperrten. Inzwischen ist es ihr ein Greul, zu Haupteinkaufszeiten in einen Laden zu gehen. Sie frequentiert diesen nur noch, wenn er wenig belebt ist.
Liebe Frau L. aus A., natürlich wissen wir nicht, was Hinterfrau oder -mann so wirklich motiviert, denn das Einkaufs-Individuum Mensch ist ja einzigartig. Stress im Sinne von Wegdrängen ist hier auch schwer nachvollziehbar, denn dadurch beschleunigt man den Kassenvorgang nicht. Gegen Stösse in den verlängerten Rücken empfehlen wir Sicherheitskleidung und im Grunde raten wir, den Einzelhändler darauf anzusprechen und ihn zur Installation einer Ampelanlage zu motivieren. Signalfarben wie Rot und Grün steuern den Kunden automatisch durch den Supermarkt und auf Bildschirmen kann jeder mitverfolgen, wie groß der Ansturm an der Kasse gerade ist. Wenn alles auf Rot steht, wird der Kunde in weniger beliebte Einkaufszonen geleitet, um dort etwas zu kaufen, von dem er gar nicht wusste, dass er es auch gebrauchen könnte. Möge er oder sie sich doch dort länger aufhalten, bis der Engpass an der Kasse entzerrt wird und Grün den Weg zum stressfreien Bezahlen weist. Alternativ kann man ja auch online einkaufen.

Schreib uns Deine Beobachtung oder was du an dieser Gesellschaft nicht verstehst und wir schenken Dir und Deinem Phänomen für einen Moment Aufmerksamkeit mit unserem Blogbeitrag. Das kann alles sein, wie z. B. Die neue Gartenzaunfarbe gefällt meinem Nachbarn nicht, jetzt macht er Stress oder ich werde angerufen und irgendjemand versucht mich reinzulegen, nun soll ich bezahlen oder nie finde ich einen Parkplatz... Es gibt viele Geschichten. Zögere nicht. Es ist Zeit, sie zu erzählen.

Da haben wir den Salat!

Da haben wir den Salat!

Aus der Reihe: »Gesellschaftsbeobachtungen vom Maître des Humors«

Was essen wir eigentlich morgen? Oder auch, was können wir am Wochenende essen? Wer kennt diese Fragen nicht? Und fällt sie einem nicht spätestens wieder ein, wenn der Magen knurrt? Der Rechercheur hat sich heute einmal auf die Suche gemacht, um mich bei der Antwortfindung zu unterstützen. Hier ein kurzer Abriss aus einem Gespräch zwischen ihm und mir:
Maître des Humors: «Die Frage nach dem Essen kehrt täglich an den Tisch zurück. Ich kann sie doch schon so lange nicht mehr hören!» Wendet sich mit fragendem Blick an den Rechercheur. «Gib mir doch mal Stichworte!»
Rechercheur: «Vertical Farming, mein Acker ist die Fläche auf meinem Balkon. Was kann ich in der Stadt anbauen?»
Maître, schüttelt den Kopf.
Rechercheur: «Elektronikmesse 2014, druck dir dein Essen einfach aus.»
Maître, legt die Stirn in Falten, dann, «ist auch schon länger her!»
Rechercheur: «Insektenzucht zwecks Nahrungsproduktion!»
Maître etwas grün, wendet sich ab.
Rechercheur: «Trendforschung, das Essen der Zukunft muss unterhaltend sein und vegan bleibt weiter aktuell. Und überhaupt Nahrung als Träger einer Botschaft, ich will doch schliesslich wissen, was ich zu mir nehme. Kann man Produkte zum Sprechen bringen?»
Maître: «Okay und wie soll das gehen? Mein eigens auf dem Balkon angebauter Salat wird täglich mit einem Radio beschallt (Sprache lernen), damit ich mich spätestens nach der Ernte sofort mit ihm unterhalten kann, allerdings nur einmal, denn dann ist er verzehrt? Zusätzlich lese ich ihm während seiner Wachstumsphase drei Mal täglich aus einer Nährstofftabelle vor, damit er mir für den entscheidenden Tag, wenn ich ihn mit Öl und Balsamico übergossen habe seine Bestandteile als Botschaft herunterbeten kann?»

Mehr Gesellschaftsbeobachtungen in:
»Kreativer Gesellschaftsumbruch – mein Leben als Theaterstück«

Eine kleine Begebenheit

Eine kleine Begebenheit

Aus der Reihe: »Gesellschaftsbeobachtungen vom Maître des Humors«

Kürzlich hielt ich mit meinem Auto an einem Müllplatz an, um den täglich anfallenden Unrat meines Haushaltes ordnungsgerecht in die dafür vorgesehenen Müllbehälter zu entsorgen (Müllsystem des Kantons, weil es keine Mülltonne pro Haushalt gibt). Ein entfernter Nachbar, mir als dieser bisher nicht bekannt, stoppte kurze Zeit später und ärgerte sich über mein mittig geparktes Auto am Abladeplatz. Eine negative Wolke der Aggression überzog darauf den Ort des Geschehens. Bevor ich wieder einsteigen konnte, um wegzufahren, touchierte die Stossstange des Nachbar-Fahrzeugs, meine. Er fuhr einfach drauf, als wollte er mit seinem Auto meins wegschieben. Es folgte eine unschöne Szene, die ich nicht näher beschreiben will.

Was soll mir das sagen?
Er hatte keine Zeit,
und ging dann noch so weit,
ein Fahrzeug zu touchieren,
es gar zu demolieren?
Fazit: Wenn andere unter Zeitdruck stehen kann Mülltrennung zur Gefahr werden.